Hohlweg Ingenieure
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Wo wird Stickstoff eingesetzt und wie funktioniert es:

Stickstofferzeugung aus Druckluft
Der Stickstoffgenerator ist ein System, mit dem Sie aus der normalen reinen Umgebungsluft Stickstoff erzeugen können. Es handelt sich um ein Gasseparationssystem, dessen Funktion auf Gas-separationsmembranen basiert.
Unsere Umgebungsluft besteht aus Stickstoff (78,1 %), Sauerstoff (20,9 %), Argon (1%), sowie Spuren einiger anderer inerter (= chemisch reaktionsträge) Edelgase.

Das System ist zur Abscheidung von Sauerstoff aus der Luft konzipiert.
Zum Aufbau eines vollständigen, betriebsfähigen Systems benötigen Sie ein Druckluftnetz oder zumindest einen Kompressor, der die vorgegebene Kapazität für den Generator produziert.

Wirkungsprinzip
Der Generator wird mit Druckluft gespeist. Vorgeschaltete Filter reinigen die Luft. In der Membrane diffundieren die verschiedenen in der Luft enthaltenen Komponenten Sauerstoff, Stickstoff, Edelgase etc. entsprechend ihrer molekularen Struktur unterschiedlich schnell durch die Hohlfasermembrane. Stickstoff mit einem niedrigen Diffusionsgrad durchdringt die Hohlfasermembrane sehr langsam und reichert sich auf diese Weise beim Durchströmen der Hohlfaser an. Die Reinheit des Stickstoffs wird durch die Geschwindigkeit, mit der das Gas durch die Membrane strömt (Verweilzeit), geregelt. Die abgeschiedene, mit Sauerstoff angereicherte Luft wird gesammelt und unter atmosphärischem Druck in die Umgebung abgeblasen.

Die komprimierte, mit Stickstoff angereicherte Luft wird am Ausgang des Stickstoffgenerators bereitgestellt. Bei der Analyse der Produktgas-Zusammensetzung erfolgt die Messung über den Restsauerstoffgehalt in Volumenprozent.

Der Stickstoffgehalt wird berechnet, indem der gemessene Restsauerstoffgehalt von 100% abgezogen wird. Dabei sollte die Tatsache berücksichtigt werden, dass dieser Wert zwar als Stickstoffgehalt bezeichnet wird, es sich aber faktisch um den Inertgehalt handelt, da sich dieser Teilstrom nicht nur aus Stickstoff, sondern auch aus anderen Edelgasen zusammensetzt.

 

Anwendungen für Stickstoffgeneratoren:

Überall dort, wo Stickstoff schnell, einfach und kostengünstig benötigt wird !

Beispiele:

Lebensmittel- und Verpackungsindustrie
u.a. zum Verpacken von Lebensmitteln, zum Abfüllen von Wein, Luftabschluss von Fruchtsäften, Speiseöl und Sirup

Lagerung leicht verderblicher Ware
u.a. für die Lagerung von Obst in einer sehr sauerstoffarmen Atmosphäre (ULO)

Wärmebehandlung und Metallproduktion
u.a. zum Anlassen, Härten, Aufkohlen, Extrudieren und Sintern von Metallen, sowie zum Inaktivieren bei Plasmaschneide- und Schweißvorgängen

Laboratorien
als Trägergas z.B. für Spektrometer, als Agitationsgas im Entwicklungsbad im Photolabor

Chemische Industrie
u.a. zum Spülen von Kesseln und Behältern, Luftabschluss von Lagerbehältern

Öl- und Gasproduktion
u.a. zum Inaktivieren von Lagerbehältern und Reservoirs, zum Spülen von Rohrleitungen, Luftabschluss von rotierenden Dichtungen und Abscheidern

Schifffahrt
u.a. zum Inaktivieren von Zwischenwänden und Lagerbehältern, zum Abschirmen und Spülen von Behältern und Leitungen auf z.B. Erdgastankern

Luftfahrt
u.a. zum Abschirmen und Inaktivieren von Treibstoffbehältern, für fahrbare Stickstoffsysteme für die Arbeiten des Bodenpersonals